Und wo sind meine guten Vorsätze geblieben - wenn auch nicht laut ausgesprochen, aber vielleicht doch im stillen gedacht - oder nicht mal das, aber als ein Gefühl, was mir gut tun würde?
Lebensgewohnheiten hinterfragen und evtl. ändern, das heutige Heute finde ich zum Beginn der Fastenzeit genau richtig, um noch mal auf ´Reset`zu drücken und mit einigen guten Vorhaben zu starten. Sieben Wochen bis Ostern, ein übersichtlicherer Zeitraum als gleich ein ganzes Jahr. Und dann werde ich die Zeit Revue passieren lassen - was tat mir gut, was fiel mir schwer, was habe ich durchgehalten oder aufgegeben oder geändert. Wie ging es mir damit? Ich bin gespannt!
Heute lese ich zum ersten Mal, dass die Fastenzeit seit dem 5. Jahrhundert länger als 40 Tage dauert, weil man die Sonntage als Feiertage vom Fasten und Büßen ausgenommen hat. Is ja `n Ding - als Kind hatte ich Sonntags meine Süßigkeitenabstinenz unterbrochen, hatte aber immer das Gefühl, es deshalb nicht richtig gemacht zu haben, obwohl es trotzdem eine stolze Leistung war! Und ich wette, die meisten wissen das nicht und ´zwingen` ihren Kindern eine Auszeit von was auch immer ohne Pause für die komplette Zeit auf. Die katholische Kirche sieht das strenge Fasten übrigens nur für das Alter zwischen 14 und 60 Jahren vor. "Es ist nicht nur üblich, Sonntags das Fasten zu unterbrechen - es ist sogar eine gewisse Verpflichtung darin zu sehen, die Feier des Sonntags auch durch ein feierliches Essen zu bereichern. ´Wenn Fasten, dann Fasten, wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn` soll Teresa von Avila gesagt haben. Und Sonntag als Tag der Auferstehung ist nunmal Rebhuhn-Zeit." via
Die Worte der Seite ´Sieben Wochen ohne`, einer Aktion der evangelischen Kirche,
kommen meiner Einstellung zur Fastenzeit sehr nahe.
"... Martin Luther lehnte die Vorstellung ab, dass Verzicht und Askese als gute Werke vor der Hölle bewahren ... Wer in der Fastenzeit auf etwas verzichtet, darf daher nach protestantischem Verständnis selbst entscheiden, was ihm gut tut... Probehalber etwas anders machen... Eine Weile das vermeiden, womit wir sonst viel Zeit verbringen... Was wäre wenn... wenn ich nicht jeden Abend auf dem Sofa zu bewegten Bildern einschlafen würde? Wenn ich jeden Tag eine neue Begegnung wagen würde, wenn ich vorwärts schauen würde, statt zurück? Die Skizze eines anderen Alltags... Wir entziehen uns Kalorien, Konsum oder Komfort... Wir brechen mit Gewohnheiten, selbstverständlichen Gesten des Alltags... Der Tagesablauf verschiebt sich, Zeit ist da, wo Hetze war..."
Ich nehme mir also vor, mir etwas Gutes zu tun - obwohl viele finden, Verzicht und Weniger müsse in der Fastenzeit mit Qual und Entbehrung verbunden sein. Ist eine Einstellungssache, man kann die Sätze ja auch umformulieren, dann hört es sich schon gleich nicht mehr nach kasteien an.
Sieben Wochen
mit netten Worten zum Tagesbeginn. Mit ohne bösen Worten mein Spiegelbild betreffend.
Sage Dir was freundliches! "Du bist schön / hast tolles Haar / eine interessante Augenfarbe /schöne Haut / Wenn Du lachst, lacht Dein ganzen Gesicht... "
Dir fällt bestimmt auch etwas ein! Und Du wirst Dir blöd vorkommen und lachen und schon bist Du mit einem Lachen in den Tag gestartet, besser kann ein Morgen doch gar nicht beginnen. Ich habe das die letzten Tage schon gemacht und kann das bestätigen :-)
mit Zeit. Mit ohne elektronischen Zeitfressern.
Ein Spiel auf meinem Handy ist für die nächsten Wochen komplett gestrichen. Weniger Handynutzung und Internet-Zeit überhaupt - so dass sich nochmal Zeitfenster öffnen für Handarbeit, um ein Buch zu lesen oder für persönliche, handgeschriebene Post, für Gesellschaftsspiele, um vielleicht noch mal was mit den Kindern zu basteln (haha, da muss ich mir aber schon was einfallen lassen *lach*) oder um einfach vor Mitternacht ins Bett zu gehen :-)
Schaffst Du es, ohne Handy spazieren zu gehen, eine Stunde mit Deinen Kindern zu spielen oder während eines Besuchs den Ton der eingehenden Nachrichten zu ignorieren und Dich ganz Deinem Gegenüber oder Deiner Umgebung zu widmen?
Eine Tätigkeit einmal am Tag ganz bewusst ausführen? Um für einen kurzen Augenblick innezuhalten und komplett im Hier und Jetzt zu sein, wie es immer so schön heißt - Das Gesicht eincremen, Haare kämmen, das Kind wecken, der erste Kaffee/Tee oder einfach mal die Augen zumachen und ein paar Atemzüge lang wahrnehmen, wie sich der Körper dabei bewegt, wie es sich anhört, die kurze Pause nach dem Ausatmen bemerken...
Was fällt Dir ein?
Mit Raum. Mit ohne Krempel.
Sieben Wochen lang jeden Tag ein Teil entsorgen. Ungeliebte Klamotten, Geschenke, Zeitschriften und Krimskrams, der sich immer so gerne in die Schubladen schleicht. Ich stelle eine Kiste dafür bereit, mal sehen, was da zusammenkommt für einen Abschied, der befreit.
Mit Einsatz für andere. Mit ohne Anspruch auf Perfektion.
Mit etwas meiner Zeit möchte ich endlich ein Charity-Projekt starten, für das ich monatelang die Mithilfe eines Vereins gesucht und nun endlich gefunden habe. Einfach starten und sehen, wie es sich entwickelt, nicht warten, bis jeder Text, jede Idee dazu perfekt vorbereitet ist.
Ich bin mir sicher, dass es aus der bloggerwelt großartige Unterstützung geben wird!
Es sind Ideen, die ich nicht als dogmatisch ansehe, nur eine Sache habe ich mir fest vorgenommen, durchzuhalten. Alles andere sehe ich als Selbstversuch, auf den ich mich freue, ganz unabhängig von dieser besonderen Zeit.
Wie siehst Du das, ist Fastenzeit in irgendeiner Form bei Dir ein Thema?
☯



Dreimal im Jahr gehe ich auf Internetdiät, jeweils für drei Wochen. Keine News, keine Mails, keine Blogs. Man bekommt wieder den richtigen Abstand zu den Dingen, die persönlich wichtig oder unwichtig sind. Nahes kommt näher, Entferntes entfernt sich.
AntwortenLöschenEinen schönen Text hast du da verfasst. Entspricht alles genau meiner Lebenseinstellung.
AntwortenLöschenFür feste Vorsätze bin ich gar nicht der Typ. Manchmal bekomme ich einen Rappel und dann miste ich aus oder esse gesünder oder mache irgendetwas, was schon länger bei mir im Kopf spukte.
Mein Handy piept höchstens 3 bis 4 x am Tag, weil ich weder Whatsapp noch einen Messenger drauf habe. Also bekomme ich nur wichtige SMS, keine Mails. Damit komme ich gut zurecht. Ich freue mich, wenn du ab und zu mal berichtest, wie es dir so ergeht in den nächsten Wochen. Selbstversuch ist ein toll gewähltes Wort.
Liebe Grüße
Neujahresvorsätze habe ich nicht mehr, fasten von irgendwas mmh, ja das mache ich schon mal, aber nicht unbedingt ab heute, sondern dann wenn es mir gefällt und passt.
AntwortenLöschenWo ich ganz laut JA sagen kann, ich gehe ohne Handy spazieren!
Wenn ich meine Hunderunden drehe habe ich meinen Foto dabei, die Hündin im Blick und da brauche ich nicht noch irgendwelche Nachrichten die mich stören in solchen Momenten. Dies ist ein Luxus den ich mir für diese Zeit wirklich leiste.
Was ich vor Kurzem entdeckt habe ist Faszien-Yoga, das finde ich echt klasse. Bin sowieso ein großer Yoga-Freund und will dies jetzt regelmäßig mitmachen (das habe ich mir ganz fest vorgenommen).
Auf Deine Charity Aktion bin ich neugierig, das klingt ja richtig spannend.
Nun wünsche ich Dir einen schönen Abend, ach und Entrümpeln - das ist eine gute Idee und Dein Zitat dazu einfach klasse.
Liebe Grüße
Kirsi
Hi,
AntwortenLöschenausmisten! Hab heut angefangen und Deine Idee, täglich etwas wegzutun, werde ich versuchen umzusetzen!
Bin schon sehr neugierig auf Dein Charity-Projekt!!!
VG, Steffi
In der Tat habe ich bei meinen Vorsätzen heute auch über die Fastenzeit nachgedacht und überlegt, ob ich auch "7 Wochen ohne" starten soll. Ich finde es toll, dass Du es von der anderen Seite betrachtest: Nicht Entbehrung, sondern Freiraum. Ich bin gespannt, was beim Ausmisten da alles zusammenkommt.
AntwortenLöschenLG, Mirja